Systemischer Gesundheits- und Pflegeberater

Die erste systemische Beratungsausbildung für den Pflegeberater nach § 7 a SGB XI

 

Hochschulzertifikatslehrgang

in Kooperation mit der 

Steinbeis Business Academy – Steinbeis Hochschule Berlin

 

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Ziele der Bildungsmaßnahme

Durch die Qualifizierung zum Gesundheits- und Pflegeberater werden Sie befähigt, im Pflege- und Gesundheitssektor umfassende Beratungsangebote nach den Ansätzen der systemischen Beratung, systemischen Familienmedizin und familienzentrierten Pflege zu gestalten. 

Das Besondere dieser Ausbildung besteht darin, dass die Teilnehmer praxisnah an die Grundlagen des systemischen Denkens und Handelns für die Beratungspraxis in Einzel- und Mehrpersonensettings herangeführt werden.

Durch diesen systemischen Fokus bekommt die Pflegeberater Weiterbildung der DGpW eine besondere Akzentsetzung, wodurch sie sich von den klassischen Bildungsmaßnahmen in der Pflegeberatung abhebt.

Neben den theoretischen Grundlagen der systemischen Beratung, stehen im Fokus der Qualifizierung Themengebiete wie u.a. systemische Grundhaltungen, systemische Gesprächsführungen und Fragetechniken, sowie die Entwicklung einer professionellen, beraterischen Identität.

Durch die Vermittlung von Themen, wie „Bewältigungshandeln von Familien mit chronisch Kranken“ bekommt der systemische Gesundheits- und Pflegeberater eine Schlüsselfunktion in Einrichtungen zur Versorgung  chronisch kranker Menschen, wie in der außerklinischen Intensivpflege.

 


Umfang des Gesundheits- und Pflegeberater Lehrgangs

480 Stunden, davon

  • 320 Stunden in Präsenz (10 Blöcke a 4 Tage)
  • 130 Stunden als Fernstudium (Triadenarbeit)  incl. Projektarbeit, Vorbereitung Colloquium
  • 30 Stunden Arbeit in Intervisionsgruppen

 


Termine

Die Termine werden noch bekannt gegeben.

 


Schulungsort

DGpW Schulungszentrum, Augsburger Str. 106, 89231 Neu-Ulm

 


Kosten

Für Steinbeis-externe Teilnehmer:

 3.800,- Euro inkl. Hochschulzertifikat (400,- €), Prüfungsgebühr, Kursmaterialien und Pausensnacks

(umsatzsteuerfrei nach § 4 Nr. 21a UStG)

 

Für SBA Studierende, SBA Alumni, Studierende der Steinbeis Hochschule und Mitarbeiter der Steinbeis Institute:

3.400,- € (umsatzsteuerfrei nach § 4 Nr. 21a UStG)

 


Abschluss

Hochschulzertifikat „Systemischer Gesundheits- und Pflegeberater nach § 7a SGB XI“ der Steinbeis Business Academy – Steinbeis Hochschule Berlin und der Deutschen Gesellschaft für pflegerische Weiterbildung (DGpW). Mit dem Abschluss erwerben Sie Credit Points, die Sie sich für Hochschulstudiengänge anrechnen lassen können.

Die Weiterbildung entspricht der Vertiefungsphase des Bachelorstudiengangs Healthcare Service B.A.  mit dem Schwerpunkt Pflegemanagement, in den Sie sich unmittelbar nach Absolvierung des Lehrgangs einschreiben können. Nach Absolvierung des eineinhalbjährigen Grundlagenstudiums erwerben Sie den staatlich anerkannten und international vergleichbaren Bachelor of Arts (B.A.).

 


Zielgruppe des Gesundheits- und Pflegeberater Lehrgangs

Interessierte mit einer beruflichen Qualifikation als

  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
  • Altenpfleger/in
  • Sozialversicherungfachangestellte/r oder
  • ein abgeschlossenes Studium Soziale Arbeit

 


Themenbereiche

Gesundheits- und Krankenpflege sowie Pflege- und Gesundheitswissenschaften

  • Grundlagen der evidenzbasierten Gesundheitsversorgung (EBN, EBM)
  • Qualitätsmanagement
  • Pflege und Betreuung von Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz am Beispiel der Demenz u.a. Erkrankungen
  • Medizinischer Bedarf chronisch Kranker und Pflegebedürftiger: Therapie und Rehabilitation, Hilfsmittelversorgung, Medikamente und Medikamentenverabreichung
  • Rehabilitationsphasen
  • Desease-Management-Programme
  • Ärztliche Leitlinien

 

  Systemische Beratungsgrundlagen

  • Grundlegende Begriffe der Systemtheorie
  • Grundelemente und Methoden der systemisch-lösungsorientierten Beratung
  • Die systemische Haltung als Berater
  • Systemische Frage-, Gesprächs- und Interventionstechniken wie z.B. Unterscheidungsfragen, hypothetische Fragen, zirkuläre Fragen, Reframing, Metaphern, Skulpturarbeit, Reflecting Team

 

  Systemische Beratung im Kontext chronisch Kranker und deren Familien

  • Bewältigungshandeln chronisch Kranker
  • Bewältigungshandeln von Familien mit chronisch Kranken
  • Resilienzcoaching
  • Modelle der familienzentrierten Pflege (Calgary-Modell)


  Allgemeines Sozialrecht

  • Allgemeines über Sozialleistungen und Leistungsträger
  • Grundkenntnisse zu verschiedenen Rechtsbereichen
  • Leistungen der Unfall- und Rentenversicherung
  • Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung
  • Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung
  • Leistungen der Sozialhilfe
  • Pflegegutachten                                                                                  


  Pflegerelevante Rechtsfelder

  • Betreuungsrecht
  • Rehabilitationsrecht
  • Vertragsrecht der Pflegekassen
  • Vorsorgevollmacht
  • Heimverträge, Pflegeverträge
  • Datenschutz

 

  Case-Management

  • Definition und Funktionen von Case- Management
  • Konzepte des Case Managements
  • Bedarfsermittlung, Angebotssteuerung
  • Netzwerkarbeit

 

  Case-Management – arbeitsfeldspezifische Vertiefung

  • (Interventionslogiken) zur Umsetzung geltenden Rechts
  • Erstellung von Versorgungsplänen unter Berücksichtigung anerkannter Klassifikationssysteme (z.B. ICF)
  • Versorgungspläne als Mittel zur Fallsteuerung
  • Kenntnisse sozialrechtlicher Verfahren (Verwaltungsakt, Widerspruch, Klage)
  • Grundsätze sozialrechtliches Handeln (§§12ff SGB X)
  • Beratungseinsatz nach § 37 Abs. 3 SGB XI
  • Konzept integrativer Angehörigenarbeit

 

  Pädagogische Grundlagen

  • Grundlagen der Pädagogik: Lernen, Motivation, Gedächtnis, Lerntypen, Voraussetzungen für Lernen
  • Patienten- und Familienedukation: Ziele, Inhalte von Patientenedukationsprogrammen, Voraussetzungen von Seiten der Beratung, Compliance auf Seiten des Patienten, Einsatz von Informationsmaterialien, Mikroschulungen, Schulungsprogramme, unterschiedliche Settings
  • Moderation von Gruppen
  • Eigenreflexion als Berater
  • Supervision, Reflexion, Begleitung der Triaden

 

  Colloquium und Abschluss

  Prüfungsleistung:

  • Teilnahme an den Intervisionsgruppen und Protokollierung der Projektarbeit Treffen
  • Colloquium

 


Was ist Pflegeberatung nach § 7a SGB XI?

Die Gesundheits- und Pflegeberatung ist ein sehr junges Aufgabenfeld. Es resultiert aus dem seit 2009 gesetzlich verankerten Anspruch Pflegebedürftiger auf eine umfassende individuelle Pflegeberatung.

Ergänzt wurde der im Pflegeweiterentwicklungsgesetz festgesetzte Anspruch durch eine Empfehlung des GKV-Spitzenverbandes, die die Anzahl und Qualifikation von Pflegeberatern nach § 7a SGB XI regelt.

Ziel der Beratungsleistung sind eine effizientere Versorgung und Kostensenkung im Gesundheitswesen. Darüber hinaus soll die Pflegeberatung durch psychosoziale Beratung, begleitende Unterstützung und Entlastung der pflegenden Angehörigen verhindern, dass die Angehörigen durch die oft lang andauernde Pflege selbst erkranken und zum Pflegefall werden. Wesentliche Elemente der Angehörigenarbeit sind die psychosoziale Beratung sowie begleitende Unterstützung und Organisation von Entlastungsangebote für die pflegenden Angehörigen (z.B. durch Angehörigengruppen, Betreuungsgruppen, ehrenamtliche Helferkreise zur stundenweisen Entlastung).

Zuständig für die Sicherstellung und Gewährleistung der Pflegeberatung sind die Pflegekassen. Dabei können sie die Beratung selbstständig durchführen oder aber an Dritte übertragen.

Sofern in einem Bundesland Pflegestützpunkte (ehemals Beratungsstellen) eingerichtet sind, muss die Pflegeberatung auch dort stattfinden. Sollte es keine Pflegestützpunkte geben, kann die Beratung in der eigenen Geschäftsstelle erfolgen, an ambulante Pflegedienste oder aber an selbstständige Pflegeberater delegiert werden.  Die Anzahl der Pflegeberater in Relation zu Pflegebedürftigen ist ebenfalls vom GKV vorgegeben und sieht ein Verhältnis von 1:100 vor.

Daraus resultierend findet sich das Tätigkeitsfeld eines Pflegeberaters u.a. in Beratungsstellen von stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen, an Pflegestützpunkten, im Entlassungsmanagement, in einer leitenden Position der Pflege- und Gesundheitsbranche oder selbständig als Berater, Team- und Führungskräftecoach.

 

Gemäß § 7 a SGB XI hat die Pflegeberatung insbesondere folgende Aufgaben zu erfüllen:

  • Systematische Analyse und Erfassung des Hilfebedarfs unter Berücksichtigung des Gutachtens zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung.
  • Erstellung eines individuellen Versorgungsplanes, mit den im Einzelfall erforderlichen Sozialleistungen und gesundheitsfördernden, präventiven, kurativen, rehabilitativen oder sonstigen medizinischen sowie pflegerischen und sozialen Hilfen.
  • Veranlassung der für den Versorgungsplan erforderlichen Maßnahmen in Zusammenarbeit mit der Pflegekasse.
  • Überwachung der Durchführung des Versorgungsplans und ggf. Anpassung der veränderten Bedarfslage.
  • Auswertung und Dokumentation des Hilfeprozesses bei besonders komplexen Fallgestaltungen.

 

 

 

 

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